Folge 53: Maxim Leos Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“

Maxim Leos Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch)

Im Juli 1983 fährt eine mit 127 Menschen besetzte S-Bahn unbehelligt vom Berliner Bahnhof Friedrichstraße in den Westen. Verantwortlich für eine der größten Massenfluchten der DDR-Historie soll der Reichsbahner Michael Hartung gewesen sein. Angeblich wurde dieser über zwei Monate dazu verhört und gefoltert, schwieg jedoch beharrlich. Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls gräbt der Journalist Landmann diese Story in den Stasi-Akten aus und wittert den großen journalistischen Coup.

Das Problem: Die Geschichte ist so nie passiert und Michael Hartung ist kein Held, sondern bestenfalls ein nachlässiger (und etwas fauler) Bahnangestellter. Gemeinsam entschließen sich der Videothekbesitzer und der Medienmacher, mit einer stark optimierten Version der Wahrheit an die Öffentlichkeit zu gehen, die jedoch schon bald zu einer großen Bürde zu werden droht.

Maxim Leo stellt die erfundene Fluchtgeschichte an den Anfang seines neuen Romans Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße und blickt satirisch auf Geschichte und Geschichtsschreibung, die Macht der Medien und die Interessen der Politik. Mehr zu diesem sehr lesenswerten Roman erfahrt ihr in dieser Folge.

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Folge 41: Maxim Billers Roman „Der falsche Gruß“

Maxim Billers Roman „Der falsche Gruß“

Maxim Biller thematisiert in seinem neuen Roman Der falsche Gruß eine Vielzahl an kontroversen Themen: Satirisch blickt er auf den Berliner Literaturbetrieb, chiffriert Täter- und Opferrollen bis zu Unkenntlichkeit, und erzählt von Eitelkeit und Narzissmus, von Antisemitimus und vom Umgang mit dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte in einer Gegenwart, die dieses nur noch als Fiktion wahrnimmt.

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Folge 32: Till Raethers Roman „Treue Seelen“

Till Raethers Roman „Treue Seelen“

Achim und Barbara ziehen 1986 aus der Provinz nach West-Berlin. Sie erhoffen sich nicht nur eine neue berufliche Chance für Achim, der eine Stelle beim Bundesamt für Materialprüfung antritt, sondern auch einen gemeinsamen Neuanfang in der vermeintlich schillernden Metropole. Doch es kommt ganz anders, denn ihr neues Leben ist geprägt von Tristesse, kleinbürgerlicher Spießigkeit und der diffusen Angst vor den Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.

Zudem verliebt sich Achim in die zehn Jahre ältere Nachbarin Marion, mit der er heimlich Ausflüge nach Ost-Berlin unternimmt, wo sie vor 25 Jahren bei ihrer Flucht ihre Mutter und ihre Schwester zurückließ. Till Raether erzählt in seinem neuen Roman Treue Seelen mit viel Charme und Witz eine gefühlvolle und spannende Liebes- und Familiengeschichte vor dem Hintergrund von 80er-Jahre-Flair, von Ost und West und von radioaktivem Regen.

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