Interview mit Bozena Badura vom Literaturpreis „Das Debüt“

In diesem Jahr bin ich erstmals Jury-Mitglied bei „Das Debüt“, einem kleinen (aber feinen) Literatupreis, bei dem Literatur-Bloggerinnen und -Blogger über ihren Debütroman des Jahres abstimmen. In dieser Folge ist daher Bozena Badura zu Gast, die den Preis 2016 gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Janine Hasse und Sarah Jäger ins Leben gerufen hat. Bozena erzählt im Interview, wie der Preis entstanden ist, wie er vergeben wird und verrät auch ihre persönlichen Highlights aus sechs Jahren „Das Debüt“.

Bozena Badura, Mitbegründerin des Literaturpreises „Das Debüt“
„Interview mit Bozena Badura vom Literaturpreis „Das Debüt““ weiterlesen

Folge 39: Leila Slimanis Roman „Das Land der Anderen“

Leila Slimanis Roman „Das Land der anderen“

Leila Slimani erzählt im ersten Teil der als Trilogie angelegten Marokko-Reihe eine fiktionalisierte Version des Lebens ihrer Großmutter Anne: Die junge Französin Mathilde verliebt sich in den marokkanischen Soldaten Amine, der im Dienst der französischen Armee 1944 gegen die deutschen Besatzer kämpft. Die beiden heiraten und gehen gemeinsam nach Marokko, wo Amine die Farm seines Vaters geerbt hat.

„Folge 39: Leila Slimanis Roman „Das Land der Anderen““ weiterlesen

Folge 38: Douglas Stuarts Roman „Shuggie Bain“

Douglas Stuarts Roman „Shuggie Bain“ (in der Übersetzung von Sophie Zeitz erschienen bei Hanser Berlin)

Glasgow in den 1980er Jahren: Der einstige Wirtschaftsstandort leidet unter den Reformbemühungen der Thatcher-Regierung und leidet an Arbeitslosigkeit, Armut und moralischem Verfall. Der sechsjährige Shuggie lebt mit seinen beiden Geschwistern, seinem Macho-Vater „Big Shug“ und der alkoholkranken Mutter Agnes auf engstem Raum. Als erst der Vater, später dann auch die Geschwister die Familie verlassen, wird Shuggie der letzte Anker für seine Mutter. Aufopferungsvoll und mit unbändigem Optimismus kämpft er für sie einen bereits verlorenen Kampf. Dabei ringt er um seine eigene Identität und sieht sich als feinfühliger und empathischer Junge einer toxisch-männlichen Umwelt gegenüber. Stuart erzählt in seinem Romandebüt Shuggie Bain in opulenter Sprache eine triste und abgründige Geschichte, die einen in die dunklen Tiefen des Mensch-Seins hinabzieht.

„Folge 38: Douglas Stuarts Roman „Shuggie Bain““ weiterlesen

Folge 37: Louise Erdrichs Roman „Der Nachtwächter“

Louise Erdrichs Roman Der Nachtwächter

North Dakota im Jahr 1953: Im Reservat der Turtle Mountain Band of Chippewa kämpft Thomas Wazhashk, seines Zeichens Nachtwächter in der örtlichen Lagersteinfabrik, nicht nur gegen seine eigene Müdigkeit, sondern auch gegen das geplante Terminationsgesetz der US-Regierung, das seinem Stamm die Lebensgrundlage nehmen und seine Kultur auslöschen würde. Er schreibt Briefe an mögliche Unterstützer, lässt Unterschriften sammeln und organisiert finanzielle und argumentative Grundlagen für eine Anhörung in Washington. Seine Nichte Patrice, die alle nur Pixie nennen, ist derweil auf der Suche nach ihrer Schwester Vera, die in der weißen Großstadt verschwunden ist und nur ihr Baby zurückgelassen hat.

Louise Edrich erzählt in ihrem mit dem Pulitzer Preis 2021 ausgezeichneten Roman Der Nachtwächter nicht nur die Geschichte ihres Großvaters, sondern setzt sich auf eindrückliche Weise mit Fragen der Identität, der Selbstbestimmung sowie der Rolle der Frau in der indigenen Kultur auseinander.

„Folge 37: Louise Erdrichs Roman „Der Nachtwächter““ weiterlesen

Folge 36: Stefan Hornbachs Roman „Den Hund überleben“

Stefan Hornbachs Roman „Den Hund überleben“

Sebastian ist 24 und steht mitten im Leben. Doch eines Tages bekommt er die erschütternde Diagnose: Krebs. Für Sebastian beginnt eine langwierige Odyssee in Richtung Heilung. Er zieht wieder bei seinen Eltern ein, knüpft an die Freundschaft mit seiner Jugendfreundin Jasna an, die ihn mit viel Spiritualität und der Hilfe eines Schamanen heilen will, und verliebt sich schließlich noch zu diesem überaus unpassenden Zeitpunkt. Stefan Hornbach erzählt in seinem Debütroman Den Hund überleben vom Erwachsenwerden in der Krise, von Familie und von Freundschaft.

„Folge 36: Stefan Hornbachs Roman „Den Hund überleben““ weiterlesen

Folge 35: Quentin Tarantinos Roman „Es war einmal in Hollywood“

Quentin Tarantinos Debütroman „Es war einmal in Hollywood“

Quentin Tarantino hat einen Roman geschrieben. Dieser spielt – wie sein letzter Film unter dem gleichen Titel – in Hollywood im Jahr 1969: Der einst gefeierte Western-Serienstar Rick Dalton ist allenfalls als Schurke und Prügelknabe der Jungstars gefragt, ertränkt seinen Frust in Whiskey Sours und nur ein Neustart als Darsteller in drittklassigen Italo-Western soll seine Karriere noch retten können. Ricks Stunt-Double Cliff Booth ergeht es da nicht besser. Auch er wird kaum noch gebucht, seit sich hartnäckig das Gerücht hält, er habe seine eigene Frau getötet. Gekreuzt wird ihr Weg durch die Hollywood Hills von dem missverstandenen Singer-Songwriter Charles Manson, besser bekannt als spiritueller Anführer einer Hippie-Sekte und Serienkiller.

„Folge 35: Quentin Tarantinos Roman „Es war einmal in Hollywood““ weiterlesen

Folge 34: Zadie Smiths Erzählsammlung „Grand Union“ (mit Tanja Handels, Literaturübersetzerin)

Zadie Smiths Erzählsammlung „Grand Union“ (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch)

Zadie Smith ist eine der größten Erzählerinnen der Gegenwart und geht in ihrem abwechslungsreichen ersten Erzählband Grand Union die großen Themen unserer Gegenwart an: Vor dem Hintergrund von Brexit, Trumpismus und der Flüchtlingskrise erzählt sie in einer großen formalen Bandbreite von Weiblichkeit, Geschlechterbeziehungen und vom Älterwerden.

„Folge 34: Zadie Smiths Erzählsammlung „Grand Union“ (mit Tanja Handels, Literaturübersetzerin)“ weiterlesen

Folge 33: Judith Hermanns Roman „Daheim“

Judith Hermanns Roman „Daheim“

Eine namenlose Ich-Erzählerin zieht nach der Scheidung von ihrem Mann Otis in ein kleines Dorf an der Küste. Dort trifft sie auf allerlei skurille Figuren, schließt Freundschaft und lernt einen neuen Mann kennen. Wird sie bleiben oder wird sie gehen und weiterziehen? Motivisch und symbolisch aufgeladen erzählt Judith Hermann in ihrem aktuellen Roman „Daheim“ von der Kraft eines Neuanfangs, vom Erinnern, vom Vergessen, vom Reiz der Gegenwart und des Augenblicks.

„Folge 33: Judith Hermanns Roman „Daheim““ weiterlesen

Folge 32: Till Raethers Roman „Treue Seelen“

Till Raethers Roman „Treue Seelen“

Achim und Barbara ziehen 1986 aus der Provinz nach West-Berlin. Sie erhoffen sich nicht nur eine neue berufliche Chance für Achim, der eine Stelle beim Bundesamt für Materialprüfung antritt, sondern auch einen gemeinsamen Neuanfang in der vermeintlich schillernden Metropole. Doch es kommt ganz anders, denn ihr neues Leben ist geprägt von Tristesse, kleinbürgerlicher Spießigkeit und der diffusen Angst vor den Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.

Zudem verliebt sich Achim in die zehn Jahre ältere Nachbarin Marion, mit der er heimlich Ausflüge nach Ost-Berlin unternimmt, wo sie vor 25 Jahren bei ihrer Flucht ihre Mutter und ihre Schwester zurückließ. Till Raether erzählt in seinem neuen Roman Treue Seelen mit viel Charme und Witz eine gefühlvolle und spannende Liebes- und Familiengeschichte vor dem Hintergrund von 80er-Jahre-Flair, von Ost und West und von radioaktivem Regen.

„Folge 32: Till Raethers Roman „Treue Seelen““ weiterlesen

Folge 31: Steffen Kopetzkys Roman „Monschau“

Steffen Kopetzkys Roman „Monschau“

Die junge Bundesrepublik im Jahr 1962: In dem kleinen Ort Monschau in der Eifel bricht eine Pockenepidemie aus. Der junge griechische Arzt Nikos Spyridakis reist mit dem Virologen Günter Stüttgen dorthin, um den Ausbruch der Krankheit unter Kontrolle zu halten. Widerstand erfahren die beiden Mediziner vor allem durch den Geschäftsführer der ortsansässigen Rither-Werke, einem international erfolgreichen Industrie-Großbetrieb, der mit aller Macht versucht, sein Unternehmen vor der Schließung zu bewahren und gleichzeitig dessen dunkle Vergangenheit unter Verschluss zu halten.

Steffen Kopetzky zeichnet in seinem aktuellen Roman Monschau ein Gesellschaftsporträt der frühen 1960er Jahre und verdeutlicht – durchaus mit augenfälligen Parallelen zur aktuellen Corona-Situation -, wie der Mensch in Krisenzeiten agiert und reagiert. Gleichzeitig erzählt er eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die Hoffnung geben: Hoffnung auf Heilung, auf Erneuerung, auf Zukunft.

„Folge 31: Steffen Kopetzkys Roman „Monschau““ weiterlesen