Folge 38: Douglas Stuarts Roman „Shuggie Bain“

Douglas Stuarts Roman „Shuggie Bain“ (in der Übersetzung von Sophie Zeitz erschienen bei Hanser Berlin)

Glasgow in den 1980er Jahren: Der einstige Wirtschaftsstandort leidet unter den Reformbemühungen der Thatcher-Regierung und leidet an Arbeitslosigkeit, Armut und moralischem Verfall. Der sechsjährige Shuggie lebt mit seinen beiden Geschwistern, seinem Macho-Vater „Big Shug“ und der alkoholkranken Mutter Agnes auf engstem Raum. Als erst der Vater, später dann auch die Geschwister die Familie verlassen, wird Shuggie der letzte Anker für seine Mutter. Aufopferungsvoll und mit unbändigem Optimismus kämpft er für sie einen bereits verlorenen Kampf. Dabei ringt er um seine eigene Identität und sieht sich als feinfühliger und empathischer Junge einer toxisch-männlichen Umwelt gegenüber. Stuart erzählt in seinem Romandebüt Shuggie Bain in opulenter Sprache eine triste und abgründige Geschichte, die einen in die dunklen Tiefen des Mensch-Seins hinabzieht.

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Folge 37: Louise Erdrichs Roman „Der Nachtwächter“

Louise Erdrichs Roman Der Nachtwächter

North Dakota im Jahr 1953: Im Reservat der Turtle Mountain Band of Chippewa kämpft Thomas Wazhashk, seines Zeichens Nachtwächter in der örtlichen Lagersteinfabrik, nicht nur gegen seine eigene Müdigkeit, sondern auch gegen das geplante Terminationsgesetz der US-Regierung, das seinem Stamm die Lebensgrundlage nehmen und seine Kultur auslöschen würde. Er schreibt Briefe an mögliche Unterstützer, lässt Unterschriften sammeln und organisiert finanzielle und argumentative Grundlagen für eine Anhörung in Washington. Seine Nichte Patrice, die alle nur Pixie nennen, ist derweil auf der Suche nach ihrer Schwester Vera, die in der weißen Großstadt verschwunden ist und nur ihr Baby zurückgelassen hat.

Louise Edrich erzählt in ihrem mit dem Pulitzer Preis 2021 ausgezeichneten Roman Der Nachtwächter nicht nur die Geschichte ihres Großvaters, sondern setzt sich auf eindrückliche Weise mit Fragen der Identität, der Selbstbestimmung sowie der Rolle der Frau in der indigenen Kultur auseinander.

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Folge 36: Stefan Hornbachs Roman „Den Hund überleben“

Stefan Hornbachs Roman „Den Hund überleben“

Sebastian ist 24 und steht mitten im Leben. Doch eines Tages bekommt er die erschütternde Diagnose: Krebs. Für Sebastian beginnt eine langwierige Odyssee in Richtung Heilung. Er zieht wieder bei seinen Eltern ein, knüpft an die Freundschaft mit seiner Jugendfreundin Jasna an, die ihn mit viel Spiritualität und der Hilfe eines Schamanen heilen will, und verliebt sich schließlich noch zu diesem überaus unpassenden Zeitpunkt. Stefan Hornbach erzählt in seinem Debütroman Den Hund überleben vom Erwachsenwerden in der Krise, von Familie und von Freundschaft.

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