Folge 74: Daniela Dreschers Roman „Lügen über meine Mutter“

Daniela Dreschers Roman „Lügen über meine Mutter“ (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch)

Ein kleines Dorf im Hunsrück in Rheinland-Pfalz in den 1980er Jahre: Die sechsjährige Ela ist ein aufgewecktes, kluges und genau beobachtendes Kind. Aus ihrer Sicht erzählt Daniela Dröscher in ihrem autofiktionalen Roman Lügen über meine Mutter die Geschichte einer Frau, die vermeintlich zu dick ist. Zumindest behauptet das ihr Ehemann, der in der Körperfülle seiner Frau den Grund dafür sieht, dass es beruflich für ihn nicht vorangeht.

Auch die Dorfgemeinschaft und insbesondere die mit ihr im Haus lebende Schwiegermutter betrachten sie mit Argwohn, schließlich gehört sie als Schlesiendeutsche ohnehin nicht so recht dazu, auch den Dialekt spricht sie nicht. Verdächtig, verdächtig.

Die Podcast-Folge zu Daniela Dreschers Roman „Lügen über meine Mutter“

Was die Öffentlichkeit und auch der eigene Mann jedoch nicht sehen: Elas Mutter kümmert sich nicht nur bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit um den Haushalt und die gemeinsame Tochter (später kommt noch ein weiteres Kind hinzu), sondern nimmt sich darüber hinaus der Pflege der an Alzheimer erkrankten eigenen Mutter an, wehrt sich in einem Rechtsstreit in Selbstverteidigung gegen eine entfernt verwandte Nachbarin und lernt eine neue Sprache, um sich beruflich weiterzuentwickeln.

Daniela Dröscher erzählt in Lügen über meine Mutter von sozialer Herkunft, vom Patriarchat des ausgehenden 20. Jahrhunderts, von Mittelstandsambitionen und von weiblichen Körpern.

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Daniela Dröschers Roman „Lügen über meine Mutter“ bei Kiepenheuer & Witsch
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