Folge 73: Maria Muhars Roman „Lento Violento“

Maria Muhars Roman „Lento Violento“ (erschienen bei Kremayr & Scheriau)

Alex ist Schriftstellerin und möchte einen Roman über die Jugend- und Popkultur der späten 1990er Jahre schreiben. Stilprägend war damals der sogenannte Lento Violento, ein Subgenre der Eurodance-Musik, das harten Bass und eine relative Langsamkeit miteinander verbindet.

Das Romanprojekt geht jedoch nur schleppend voran, sie ist unzufrieden mit ihren Figuren, die sich nicht so recht entwickeln wollen. Dazu leidet sie an einer Depression. Abhilfe sucht sie in der Therapie bei einem Psychologen, gleichzeitig verwehrt sie sich gegen die Auseinandersetzung mit sich selbst.

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Folge 71: Wlada Kolosowas Roman „Der Hausmann“

Wlada Kolosowas Roman „Der Hausmann“ (erschienen im Leykam Verlag)

Thea und Tim sind gerade eingezogen in das Mietshaus in Berlin-Neukölln. Sie kommt aus gutem Haus, er aus ärmlichen Verhältnissen. Sie möchte Karriere machen in einem hippen Start-Up für veganes Hundefutter, er arbeitet an einer Graphic Novel über den Klimawandel und schmeißt ansonsten den Haushalt.

Mit im Haus leben der Ukrainer Maxim, der vor dem Krieg geflüchtet ist und nun versucht Deutsch zu lernen, und die Rentnerin Dagmar, die auf ihrem Blog mehr oder weniger legale Spartipps für den Alltag gibt und sich ansonsten sehr einsam fühlt.

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Folge 70: Elina Penners Roman „Nachtbeeren“

Elina Penners Debütroman „Nachtbeeren“ (erschienen im Aufbau Verlag)

Nelli Neufeld ist 35 Jahre alt, Russlandmennonitin, zuhause in der Provinz Ostwestfalens, verheiratet mit Kornelius. Während Nellis jüngster Bruder Eugen studiert hat und in der Großstadt lebte und ihr Teenager-Sohn Jakob zumindest halt im Glauben findet, lebt Nelli ein Leben, das geprägt ist von Familie, Vorratshaltung und Bethaus. Einzig bei ihrer (mittlerweile verstorbenen) Öma fand sie immer die liebevolle Geborgenheit und die Anerkennung, die sie sich wünschte.

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Folge 65: Lucy Frickes Roman „Die Diplomatin“

Lucy Frickes Roman „Die Diplomatin“ (erschienen im Claassen Verlag)

Friedericke Andermann, genannt Fred, ist die Hautpfigur in Lucy Frickes fünftem Roman Die Diplomatin und Botschafterin in Uruguay. Dort beschäftigt sie sich vor allem mit der Frage nach der Farbe der Servietten und der Versorgung mit deutschen Bratwürsten bei den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit. Nach einem Skandal verliert Fred ihren Posten und wir treffen sie zwei Jahre später als Konsulin in Instanbul wieder.

Dort setzt sie sich ein für den jungen Deutsch-Türken Bariş, der seine Mutter, die als regimekritische Künstlerin im Istanbuler Frauengefängnis einsitzt, besucht und daraufhin selbst festgesetzt wird. Zu allem Überfluss gerät auch noch der deutsche Journalist David ins Visier des türkischen Justizapparats und Fred muss feststellen, dass sie mit den klassischen Mitteln der Diplomatie mehr und mehr an Grenzen stößt.

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Folge 60: Jens Eisels Roman „Cooper“

Jens Eisels Roman „Cooper“ (erschienen beim Piper Verlag)

1971 steigt ein Mann mit einem Koffer unbehelligt in ein Flugzeug, das von Portland nach Seattle fliegen soll – ein kurzer Flug. Kurz nach dem Start übergibt er der Flugbegleiterin Kate einen Zettel: „In meinem Koffer befindet sich eine Bombe. Falls nötig, werde ich von ihr Gebrauch machen. Ich möchte, dass Sie sich neben mich setzen. Das ist eine Entführung“.

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Folge 58: Abbas Khiders Roman „Der Erinnerungsfälscher“

Abbas Khiders Roman „Der Erinnerungsfälscher“ (erschienen beim Hanser Verlag)

Said Al-Wahid ist vor vielen Jahren aus dem Irak nach Deutschland geflohen. Mittlerweile ist er Schriftsteller und auf dem besten Weg sich als solcher einen Namen zu machen, als eines Tages sein Bruder aus Bagdad anruft: Saids Mutter liegt im Sterben. Also macht er sich auf den Weg in den Irak und sieht sich plötzlich mit Erinnerungen konfrontiert, die er lange unter Verschluss gehalten hat und bei denen er sich gar nicht mehr ganz sicher ist, ob sie überhaupt stimmen. Abbas Khider ist bekannt dafür, sich schweren Themen mit einer gewissen Leichtigkeit zu nähern. Wie ihm das in seinem neuen Roman Der Erinnerungsfälscher gelingt, erfahrt ihr bei mir im Podcast.

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Folge 57: Christian Hubers Roman „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“

Christian Hubers Roman „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ (erschienen bei DTV)

Christian Huber erzählt in seinem Roman Man vergisst nicht, wie man schwimmt die Geschichte des 15-jährigen Pascal, den alle nur Krüger nennen, und der ein Geheimnis in sich trägt, das es ihm verbietet, weder schwimmen zu gehen, noch sich zu verlieben. Doch dann treffen er und sein Freund Viktor am letzten Tag des Sommers 1999 auf das Messer werfende Zirkusmädchen Jacky, das ihr Leben ziemlich auf den Kopf stellt.

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Folge 54: Tobias Sommers Roman „Das gekaufte Leben“

Tobias Sommers Roman „Das gekaufte Leben“ (erschienen bei DTV)

Hauptfigur in Tobias Sommers viertem Roman Das gekaufte Leben ist Clemens Freitag, ein wenig ambitionierter Pechvogel, dessen Leben von schweren Schicksalsschlägen geprägt ist. Eines Tages entdeckt Freitag im Internet eine Auktion eines Mannes namens Götz Dammwald, der darin sein gesamtes Leben versteigert, inklusive Haus am See, Auto, einer Stammtischrunde und sogar einem gut bezahlten Job. Clemens Freitag schlägt zu, doch als er sein neues Leben antritt, muss er bald feststellen, dass das durchaus seine Tücken hat. Zu allem Überfluss tauchen – im wahrsten Sinne des Wortes – einige gutgehütete Geheimnisse aus dem an sein Grundstück angrenzenden See auf und Freitag muss sich mit ihnen auseinandersetzen, ob er will oder nicht.

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Folge 53: Maxim Leos Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“

Maxim Leos Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch)

Im Juli 1983 fährt eine mit 127 Menschen besetzte S-Bahn unbehelligt vom Berliner Bahnhof Friedrichstraße in den Westen. Verantwortlich für eine der größten Massenfluchten der DDR-Historie soll der Reichsbahner Michael Hartung gewesen sein. Angeblich wurde dieser über zwei Monate dazu verhört und gefoltert, schwieg jedoch beharrlich. Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls gräbt der Journalist Landmann diese Story in den Stasi-Akten aus und wittert den großen journalistischen Coup.

Das Problem: Die Geschichte ist so nie passiert und Michael Hartung ist kein Held, sondern bestenfalls ein nachlässiger (und etwas fauler) Bahnangestellter. Gemeinsam entschließen sich der Videothekbesitzer und der Medienmacher, mit einer stark optimierten Version der Wahrheit an die Öffentlichkeit zu gehen, die jedoch schon bald zu einer großen Bürde zu werden droht.

Maxim Leo stellt die erfundene Fluchtgeschichte an den Anfang seines neuen Romans Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße und blickt satirisch auf Geschichte und Geschichtsschreibung, die Macht der Medien und die Interessen der Politik. Mehr zu diesem sehr lesenswerten Roman erfahrt ihr in dieser Folge.

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