Folge 11: Deniz Ohdes Roman „Streulicht“

Deniz Ohdes Roman „Streulicht“

In der elfen Folge von Auf ein Buch! geht es noch einmal um eine Nominierte für den Deutschen Buchpreis, nämlich Deniz Ohdes Roman Streulicht: Die namenlose Ich-Erzählerin kehrt in ihre Heimatstadt zurück, da ihre Freunde Pikka und Sophia heiraten werden. Sie nutzt diese Gelegenheit und reflektiert ihre eigene Herkunft, ihre Identität und ihren steinigen Weg durch das deutsche Bildungssystem. Als Tochter einer türkischen Mutter und eines deutschen Vaters ist sie von klein auf Diskriminierung und systemischen Rassismus ausgesetzt. Trotz ihrer vermeintlichen Erfolgsgeschichte bleiben am Ende viel Tristesse und Pessimismus: Streulicht zeigt auf beeindruckende Weise, wie unmöglich es sein kann, der eigenen Herkunft zu entfliehen und wie wenig weit wir in Sachen Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit eigentlich gekommen sind.

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Folge 10: Leif Randts Roman „Allegro Pastell“

Leif Randts Roman „Allegro Pastell“

Hurra, ein Jubiläum! In der zehnten Folge spreche ich über einen weiteren Nominierten für den Deutschen Buchpreis, nämlich Leif Randts Roman Allegro Pastell: Tanja (Ende 20), Jerome (Mitte 30), sie Erfolgsautorin, er Webdesigner, führen eine Fernbeziehung zwischen Maintal und Berlin. Die „Lovestory aus den späten Zehnerjahren“ (so der Klappentext) ist aber eher eine soziologisch-philosophische Studie des freiberuflichen Millenial-Milieus: Ständig reflektieren sich die Figuren selbst und ihr Handeln und versuchen dabei mit aller Macht ihr Leben zu kontrollieren. Dass das mitunter anstregend ist, leuchtet ein, und gerade deshalb ist auch Leif Randts Roman (zumindest für mich) eine echte Herausforderung, an der man sich abarbeiten muss.

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Folge 9: Robert Seethalers Roman „Der letzte Satz“

Robert Seethalers neuster Roman „Der letzte Satz“

In der neuten Folge meines Literatur-Podcasts spreche ich über Robert Seethalers neusten Roman „Der letzte Satz“: Der Komponist und Dirigent Gustav Mahler befindet sich 1910 auf einer Schiffsreise von Amerika nach Europa. Er hat gerade in New York seine letzten großen Konzerte gegeben und er weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, da er schwer erkrankt ist. An Deck des Dampfers sinniert Mahler nun sehr schwermütig und melancholisch über sein Leben, seine Ehe mit seiner Frau Alma und die Bedeutung seiner Existenz. Die zentrale Frage des Romans („Was bleibt, wenn man endgültig geht?“) betrachtet Seethaler in seinem Roman in aller Kürze, aber dennoch – trotz einiger Anflüge von Klischeehaftigkeit – sehr eindringlich.

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Folge 8: Monika Helfers Roman „Die Bagage“

In der achten Folge meines Literatur-Podcasts spreche ich über Monika Helfers neusten Roman „Die Bagage“: In der österreichischen Provinz leben Maria und Josef in prekären Verhältnissen abseits des Dorflebens. Marias Schönheit ist im Dorf berühmt-berüchtigt und als Josef in den ersten Weltkrieg einberufen wird, rechnen sich einige Männer Chancen bei ihr aus. Als Maria schwanger wird, wird im Dorf sofort gemunkelt, dass das Kind unmöglich von Josef sein könne und eigentlich nur der geheimnisvolle Hannoveraner Georg der Vater sein kann. Monika Helfer erzählt in „Die Bagage“ ihre eigene intime Familiengeschichte und setzt sich dabei mit Weiblichkeit und der Macht sowie den weitreichenden Folgen von Gerüchten auseinander. 

Folge 7: Ulla Lenzes Roman „Der Empfänger“

In der siebten Folge meines Podcasts spreche ich über Ulla Lenzes Roman „Der Empfänger“: Der deutsche Auswanderer Josef Klein verstrickt sich Ende der 1930er Jahre in den USA in das Spionagenetzwerk der Nazis und beginnt damit, verschlüsselte Geheimbotschaften mit Hilfe seines selbstgebauten Funkgeräts nach Deutschland zu schicken. Neben dem Umgang mit seiner eigenen Schuld thematisiert Lenzes Roman auch die Beziehung Josef Kleins zu seinem Bruder Carl, bei dem er nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1949 unterkommt. 

Folge 6: Arno Geigers Roman „Unter der Drachenwand“

In der sechsten Folge meines Podcasts spreche ich über Arno Geigers Roman „Unter der Drachenwand“: Der 24-jährige Wehrmachtssoldat Veit Kolbe wird 1944 an der Ostfront verletzt und kommt an den oberösterreichischen Mondsee zur Rehabilitation. Dort eröffnet Geiger ein breites Panorama des letzten Kriegsjahres und erzählt von Einsamkeit, von den kleinen Glücksmomenten des Lebens und von der großen Unsicherheit der Menschen. Neben einem großartigen Figureninventar bietet der Roman auch einen empathischen Einblick in die menschliche Seele und zeigt auf beeindruckende Weise die emotionalen Extreme dieser Zeit.

Folge 5: Cixin Lius Roman „Kugelblitz“

In der fünften Folge meines Podcasts spreche ich über Cixin Lius Roman „Kugelblitz“: Chens Eltern werden von einem wenig erforschten physikalischen Phänomen, einem sogenannten Kugelblitz, auf schreckliche Art und Weise getötet. Daraufhin verschreibt Chen sein Leben der Erforschung eben dieses Phänomens. Sein Weg führt ihn zum Militär, wo seine Forschung vor allem als Waffe betrachtet wird. Schließlich kommt Chen bis an die Grenzen des Irdischen und muss sich mit seinem eigenen Gewissen und seiner persönlichen Verantwortung als Wissenschaftler auseinandersetzen. Cixin Liu ist ein Meister der Science-Fiction, auch wenn dieser Roman einige Längen aufweist und nicht an jeder Stelle uneingeschränkt überzeugt.

Folge 4: Colson Whiteheads Roman „Die Nickel Boys“

In der vierten Folge meines Podcasts stelle ich euch Colson Whiteheads Roman „Die Nickel Boys“ vor: Elwood ist eigentlich ein ambitionierter und zeilstrebiger Junge. Seine Leistungen in der Schule sind ausgezeichnet und er engagiert sich in verschiedenen Jobs. Sein einziges Problem: seine Hautfarbe. Auf dem Weg zum ersten Tag am College – sein lange verfolgtes Ziel – wird er von der Polizei angehalten und kontrolliert. Da er schwarz ist, glauben sie ihm seine Geschichte nicht und er kommt in das Nickel, eine Besserungsanstalt für Jungen. Dort sieht er sich nach kurzer Zeit mit den sadistischen Machtstrukturen, Folter und Misshandlung konfrontiert – und droht daran zu zerbrechen. Colson Whitehead hat einen bahnbrechenden Roman geschrieben: Über Rassismus, über Chancenungleichheit, über die Fassade Amerikas.

Folge 3: Abbas Khiders Roman „Palast der Miserablen“

In der dritten Folge meines Podcasts spreche ich über Abbas Khiders Roman „Palast der Miserablen“: Der junge Shams lebt in den 1990er Jahren mit seiner Familie im sogenannten Blechviertel von Bagdad und muss sich dort Tag für Tag mit der Armut und der Willkürherrschaft Sadam Husseins auseinandersetzen, bis er eines Tages eher durch Zufall die Literatur kennenlernt und sich einer regimekritischen Gruppe namens „Palast der Miserablen“ anschließt. Ein Roman über Familie und über den Wert von Literatur. 

Folge 2: T.C. Boyles Erzählsammlung „Sind wir nicht Menschen“

In der zweiten Folge meines Podcasts spreche ich über T.C. Boyles Erzählsammlung „Sind wir nicht Menschen“. In Form von klassischen Kurzgeschichten erzählt der Altmeister der amerikanischen Literatur über die großen Themen unserer Zeit: vom Älterwerden und Sterben über den Wert der Erinnerung bis hin zu Klimawandel und Genmanipulation. Dabei beweist Boyle, dass er keinswegs zum alten Eisen gehört, sondern im Gegenteil am Puls der Zeit schreibt und genau weiß, was sein Land und die Welt bewegt.

Shownotes